Mountainbike-Weltcup in Lenzerheide: Romano Püntener, Felix Sprenger und Flavio Knaus starteten im «Nino-Land»
- Arthur
- 25. Sept.
- 3 Min. Lesezeit
20’000 Mountainbike-Fans waren am Sonntag in die Lenzerheide gereist. Dies, um den Mountainbike-Weltcup hautnah mitzuerleben und beim Abschied von Nino Schurter, dem grössten Schweizer Mountainbiker aller Zeiten, dabei zu sein. Viele von ihnen standen bereits am Morgen an der Strecke, als das U23-Rennen gestartet wurde. In dieser Stimmung zu fahren wollte sich auch Romano Püntener nicht entgehen lassen: «Obwohl ich mich nicht zu hundert Prozent fit fühlte, wollte ich hier einfach dabei sein. Als Athlet ist es ein wahnsinniges Erlebnis, wenn man die für den Weltcup einmalige Atmosphäre von Lenzerheide erleben darf.» Ein grippaler Infekt hatte Püntener während der ganzen Woche vom Training abgehalten. Mit dem 29. Rang vom Freitag im Shorttrack war er zwar zufrieden, doch er konnte sich damit nicht für das Rennen vom Sonntag aktivieren. Am Sonntag versuchte er die Stimmung so gut es ging zu geniessen und hoffte, dass ihn die Zuschauerinnen und Zuschauer zu einem guten Resultat tragen würden. Doch schliesslich musste er sich eingestehen, dass er geschwächt ist und die Spitzenplätze nicht angreifen kann, und platzierte sich auf Rang 54.

Felix Sprenger mit starkem Finish
Das Rennen in Lenzerheide fordert alle. Ein langer und viele kürzere Anstiege, viele Passagen mit Wurzeln: Auf dem Kurs in Lenzerheide ist es nicht möglich, sich zu erholen. «Man muss sich konzentrieren und technisch sehr sauber fahren», so Felix Sprenger. Sein Ziel war ein Rang in den Top 30. Als 38. verpasste er dieses Ziel und war deshalb mit seiner Leistung nicht ganz zufrieden. Der Start mit Nummer 80 war gut. So ging Sprenger als 50. in die zweite Runde. Er hatte Mühe, einen guten Rhythmus zu finden, fiel zwischenzeitlich auf Position 52 zurück, konnte sich dann aber bis Runde fünf auf Position 42 vorarbeiten. Die letzten zwei Runden drehte er nochmals mächtig auf und arbeitete sich kontinuierlich nach vorne. 500 Meter vor dem Ziel unterlief ihm ein Fehler, durch den er das Duell um Rang 37 verlor, er konnte sich dann aber auf dem guten 38. Rang platzieren. Auch Flavio Knaus freute sich auf das Saisonhighlight in Lenzerheide. Er konnte sich in den letzten Wochen nochmals aufbauen, noch fehlte ihm aber etwas die Spritzigkeit. «An einem optimalen Tag wäre etwas mehr möglich gewesen. Der 81. Rang zeigt aber, wo ich im Moment gegen die Weltbesten stehe», so der selbstkritische Ruggeller.
Alessandra Keller feiert historischen Sieg
Im Anschluss ans U23-Rennen konnten die Liechtensteiner Fahrer und Fans miterleben, wie Alessandra Keller als erste Schweizerin beim Heim-Weltcup in Lenzerheide reüssieren konnte. Keller, seit letzter Woche Weltmeisterin im Shorttrack, lieferte sich über den Grossteil des Rennens ein packendes Duell gegen die Schwedin Jenny Rissveds. Auf der zweitletzten Runde, nach etwas mehr als einer Stunde, setzte sich die 29-Jährige entscheidend ab und feierte ihren zweiten Weltcupsieg nach jenem 2022 in Snowshoe (USA).
«Abschied» von Vorbild Nino Schurter
Dieser Sieg stand im Schatten von Nino Schurters Abschiedsrennen. Der Bündner hat viele junge Sportlerinnen und Sportler inspiriert. So auch die Liechtensteiner Flavio Knaus, Romano Püntener und Felix Sprenger. Sie fuhren die ersten Rennen, als Nino Schurter 2011 erstmals den Swiss Bike Cup in Schaan gewann, und studierten seine Technik akribisch, als seine Siege 2013 und 2018 auf der Liechtensteiner Strecke folgten. Bereits 2009 gewann Schurter als 23-Jähriger seinen ersten Weltmeistertitel, neun WM-Goldmedaillen folgten. Insgesamt gewann Schurter 36 Weltcupsiege, neunmal den Gesamtweltcup, und er feierte 2016 den Olympiasieg. Sein letztes Weltcuprennen bestritt auch Thomas Litscher in Lenzerheide. Der Rheintaler war regelmässig beim Swiss Bike Cup in Schaan zu Gast, wo er 2021 als Dritter auf dem Podest stand.
Rücktritt der Dominatorin des Kriteriums Mauren
Fehlen bei den Liechtensteiner Rennen wird auch Linda Indergand, die ihren Rücktritt auf Ende Saison bekannt gab. Die Olympia-Dritte von 2020 erfreute die Liechtensteiner Radszene immer wieder mit ihren Besuchen im Land, gewann 2021 den Swiss Bike Cup und zuletzt dreimal in Serie das Maurer 1.-Mai-Kriterium. lrv




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